2. Sächsische Fachkonferenz am 30. Oktober 2018 thematisierte kommunale Gesundheitsförderung

Artikel von slfg am 16. Dezember 2018


Die sächsische Präventionsinitiative von Sozialkassen, Ministerien und weiteren Akteuren will die Gesundheit der Menschen stärker fördern. Dabei sind die Kommunen im Freistaat ein zentraler Partner.

Die 2. Sächsische Fachkonferenz am 30. Oktober 2018 in Dresden bot einen Einblick in kommunale Prävention und Gesundheitsförderung. Welche Angebote bestehen? Wer kann in den Kommunen aktiv mitwirken? Welche Erfahrungen und Rezepte gibt es, um die Potentiale der Kommunen, Städte und Landkreise aktiv zu nutzen?

164 Teilnehmende kamen, darunter Vertreterinnen und Vertreter der Lebenswelten, der Krankenkassen und der kommunalen Verwaltung, Amtsleitungen, Dezernentinnen und Dezernenten, Politikerinnen und Politiker sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Blick in den Saal©André Wirsig im Auftrag der SLfG

15 Unterstützer* der Prävention und Gesundheitsförderung in Sachsen, u. a. Heilberufekammern, Wohlfahrtsverbände und wissenschaftliche Einrichtungen, stellten ihre Angebote vor.
[* Unterstützer der Landesrahmenvereinbarung (LRV) für den Freistaat Sachsen: Mit einer freiwilligen Erklärung können Institutionen die Ziele der LRV Sachsen aktiv voranbringen. 33 Organisationen haben dies bereits getan. Die Liste der Unterstützer finden Sie >>HIER<<.]

 

Die Journalistin Dr. Susanne Kailitz moderierte die Veranstaltung.

Silke Heinke, alternierende Vorsitzende des Steuerungsgremiums Landesrahmenvereinbarung Präventionsgesetz und Leiterin der Landesvertretung Sachsen des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) sowie Michael Bockting, Abteilungsleiter im Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz, eröffneten die Fachkonferenz.
„Kommunen bilden das Dach für eine Reihe von Lebenswelten. Kindertageseinrichtungen, Schulen oder etwa Stadtteile sind dort verortet. Wir schaffen jetzt gemeinsam die Voraussetzungen, dass die kommunalen Partner eine Schlüsselfunktion bei Prävention und Gesundheitsförderung übernehmen können“, so Silke Heinke.

Silke Heinke, alternierende Vorsitzende des Steuerungsgremiums LRV, eröffnete die Veranstaltung©André Wirsig im Auftrag der SLfG

Michael Bockting, Abteilungsleiter im Sächsischen Staatsministerium für Soziales, begrüßte die Tagungsgäste©André Wirsig im Auftrag der SLfG

 


Den gegenwärtigen Stand der Gesundheitsförderung in der Kommune bilanzierte der erste Programmteil der Fachkonferenz.

Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes – Gesamtverband e. V., stellte in seinem Vortrag „Kooperativ – Integrativ – Partizipativ“ die Leitplanken erfolgreicher Gesundheitsförderung in der Kommune im Allgemeinen vor.

Präsentation Prof. Dr. Rolf Rosenbrock

Prof. Dr. Rolf Rosenbrock mit seinem Vortrag „Kooperativ – Integrativ – Partizipativ“©André Wirsig im Auftrag der SLfG

 

 

 

 

 

 

 

 


Doch wie gehen Kommunen in Sachsen vor? Aus der sächsischen Praxis zeigten zwei Beigeordnete aus den Landkreisen Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen auf, wie sich die Potenziale der Prävention und Gesundheitsförderung durch ressortübergreifende Zusammenarbeit intensiv nutzen lassen.

Präsentation Kati Hille, Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Kati Hille, Beigeordnete und Geschäftsbereichsleiterin für Gesundheit, Soziales und Ordnung im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge©André Wirsig im Auftrag der SLfG

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Präsentation Janet Putz, Landkreis Meißen

Janet Putz, 1. Beigeordnete und Dezernentin für Soziales im Landkreis Meißen©André Wirsig im Auftrag der SLfG

 


Im zweiten Teil der Veranstaltung konnten sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer in vier parallelen Workshops über Methoden und Ansätze der Gesundheitsförderung austauschen und diese selber erproben.

Workshop 1 | Wo fangen wir an? – Eine beteiligungsorientierte Bestandsaufnahme für Landkreise und Kommunen

Die Basis für die Umsetzung von qualitätsgesicherten Projekten und Maßnahmen aus Gesundheitsförderung in Kommunen und Landkreisen ist eine Bestandsaufnahme unter Beteiligung von Akteuren vor Ort: Welche Angebote gibt es bereits? Welche Akteurinnen und Akteure beschäftigen sich mit dem Themenfeld vor Ort? Welche Problem- und Bedarfslagen gibt es aus Sicht der Bevölkerung und der beteiligten Akteurinnen und Akteure? Wie können gemeinsam neue Ideen entwickelt werden? Den Workshop führten Wiebke Sannemann (Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.) und Silke Meyer (SLfG) durch. Im Workshop lernten die Teilnehmenden die beteiligungsorientierte Methode „Planning for real“ kennen und erprobten einzelne Schritte des Verfahrens für einen möglichen Transfer in eigene Arbeitsprozesse.

Dokumentation: folgt in Kürze

WS 1©André Wirsig im Auftrag der SLfG


Workshop 2 | Stark im Land – Lebensräume gemeinsam gestalten: Kinder- und Jugendbeteiligung in ländlichen Räumen

Junge Menschen daran zu beteiligen, ihr unmittelbares Lebensumfeld nach ihren Bedürfnissen zu gestalten, hat viele Vorteile für Kommunen. Wenn man Kindern früh Mitsprache ermöglicht, und somit Selbstwirksamkeitserfahrungen anbietet, schafft dies bessere Planungsgrundlagen, steigert die Akzeptanz politischer Entscheidungen und führt damit zu einer lebendigen Gemeinschaft. Zugleich ist das Partizipieren an Prozessen in der unmittelbaren Lebenswelt eine Entwicklungsaufgabe für Heranwachsende und eine Voraussetzung für (psychisch) gesundes Aufwachsen. Der Workshop geleitet von Peggy Eckert (Deutsche Kinder- und Jugendstiftung) und Annekathrin Weber (SLfG) gab einen Einblick, wie Beteiligungsprozesse vor Ort initiiert werden können und veranschaulichte anhand von Praxisbeispielen, welche Akteure und Rahmenbedingungen es braucht.

Präsentation Peggy Eckert, DKJS

Präsentation Annekathrin Weber, SLfG

WS 2_Anne Weber_Peggy Eckert©André Wirsig im Auftrag der SLfG

WS 2_Fazit der Teilnehmenden©André Wirsig im Auftrag der SLfG


Workshop 3 | Wirkungsorientierung – ist sie für die kommunale Gesundheitsförderung nützlich und praktikabel?

Der Begriff Wirkungsorientierung hat in der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung Konjunktur. Doch was genau ist unter „Wirkung“, „Wirkungsnachweis“ und „Wirkungsorientierung“ in diesem Kontext zu verstehen? Nach einem Input von Ina Schaefer, Alice Salomon Hochschule Berlin, wurden im Rahmen des Workshops an Thementischen die Chancen und Herausforderungen der Wirkungsorientierung diskutiert. Es gab ein mehrheitliches „Ja“ zur Nützlichkeit.

Handout Ina Schaefer, Alice Salomon Hochschule Berlin

WS 3©André Wirsig im Auftrag der SLfG

WS 3©André Wirsig im Auftrag der SLfG


Workshop 4 | Behördliches Gesundheitsmanagement

Landkreise und Kommunen sind nicht nur Lebensräume für viele Menschen, sondern oft auch Arbeitgeber. Wie für alle Arbeitgeber gilt auch für Verwaltungen, dass sie für gute Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen müssen. Katja Schüler, Bundesagentur für Arbeit, und Uta Pohl, Agentur für Arbeit Riesa, stellten anhand eines Praxisbeispiels vor, wie eine Behörde Gesundheitsmanagement für ihre Beschäftigten organisiert, welche Gelingensfaktoren helfen und wie Stolpersteine überwunden werden. Dr. Attiya Khan vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) präsentierte eine Handlungshilfe für die Beurteilung von Tätigkeiten mit Bürgerkontakt der Unfallkasse Sachsen, der Landesdirektion Sachsen, der Stadt Dresden und des SMWA. Welche Unterstützungs- und Präventionsangebote die Deutsche Rentenversicherung im Rahmen des Firmenservice anbietet, erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Kristina Klein und Diana Lubinski.

Präsentation Praxisbeispiel, Katja Schüler, Bundesagentur für Arbeit

Präsentation Dr. Attiya Khan, Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

Präsentation Kristina Klein, DRV Bund

WS 4_Dr. Attiya Khan©André Wirsig im Auftrag der SLfG

WS 4©André Wirsig im Auftrag der SLfG


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Hintergrundinformation:

Die Präventionsinitiative wurde 2016 als Ergebnis aus dem im Jahr zuvor verabschiedeten Bundes-Präventionsgesetz gestartet. Bei der Initiative schließen sich die Akteure über die sächsische Landesrahmenvereinbarung zur Gesundheitsförderung und Prävention zusammen, um einen Großteil ihrer Gesundheitsmaßnahmen zu koordinieren und zu bündeln.

weiterführende Infos unter: https://www.slfg.de/geschaeftsstelle-lrv/


Kontakt:
Susann Larraß
Tel.: 0351 501936-51
E-Mail: gs.lrv@slfg.de