Leipzig geht mit gutem Beispiel voran – Gesundheitswerkstatt zu präventiven Hausbesuchen für ältere Menschen

Artikel von slfg am 30. Juni 2019


Im Kontext der kommunalen Gesundheitsförderung für ältere Menschen in Leipzig haben sich am 13. Mai 2019 Vertreterinnen und Vertreter des Gesundheitsamtes, des Sozialamtes, der Seniorenhilfe, der Altenarbeit und Mitglieder des Seniorenbeirates, die Leipziger Seniorenbeauftragte sowie weitere relevante Akteure zur Gesundheitswerkstatt „Gesund im Alter mit präventiven Hausbesuchen“ zusammengefunden.

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Das Konzept der präventiven Hausbesuche, was das lebenswerte Altern zu Hause in den Mittelpunkt stellt, ist dabei nicht neu. Neben zahlreichen Studien zur Wirksamkeit präventiver Hausbesuche aus Deutschland (u. a. Pflegeforschungsverbund Mitte-Süd, Deutsches Institut für Pflegeforschung e. V.) und aus anderen Ländern, gibt es unterschiedlichste praktische Ansätze in Deutschland. Der präventive Hausbesuch soll modellhaft in zwei Leipziger Stadtbezirken ab 2020 erprobt werden. Ältere Menschen sollen damit frühzeitig erreicht und informiert werden. Mit vorsorgender Beratung und Vermittlung zielt dieses Angebot darauf ab, die Autonomie älterer Menschen zu fördern, Stürze zu vermeiden, ihre Selbstpflegekompetenzen zu stärken sowie Entlastungs- und Unterstützungsmöglichkeiten zu thematisieren. Hausbesuche liefern wertvolle Informationen zu Betreuungs- und Alltagsbedarfen, welche wiederum in die kommunale Planung einfließen können.

Seit dem Leipziger Stadtratsbeschluss vom November 2018 trifft sich regelmäßig eine Steuerungsgruppe zur Konzeptentwicklung eines Pilotprojektes zu präventiven Hausbesuchen, welches die Themenfelder Gesundheit, Wohnen, Pflege und Alltagsaktivitäten integrieren soll. Um den bisherigen Planungsstand mit den Expertinnen und Experten der Lebenswelt älterer Menschen zu teilen und fachlich zu erweitern, wurde gemeinsam mit der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Sachsen zu einem Arbeitstreffen im Leipziger Sozialamt eingeladen. Die Gesundheitswerkstatt bot Einblick in die Umsetzung präventiver Hausbesuche in Ulm und München und lieferte spannende Erkenntnisse einer Interventionsstudie aus Leipzig/Halle. Auch die WOGETRA teilte ihre Erfahrungen zu Hausbesuchen mit den Teilnehmenden.

Im Sinne einer partizipativen Strategie wurden federführend von der Koordinatorin des Leipziger Gesunde Städte-Netzwerkes im April bereits zwei Fokusgruppengespräche mit älteren Menschen in Leipziger Seniorenbüros umgesetzt. Sie kamen zu ihren Anliegen und Vorstellungen bezüglich präventiver Hausbesuche ins Gespräch und gaben damit elementare Perspektiven aus der Sicht der Zielgruppe wieder, die sowohl bei der Gesundheitswerkstatt präsentiert wurden als auch bei der Erprobung dieses gesundheitsfördernden Konzeptes Beachtung finden werden.

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Die Vielzahl der Impulse am Werkstattvormittag gab Anlass, um in die gemeinsame Diskussion und Gruppenarbeit zu spezifischen Fragen der Konzeptentwicklung zu gehen. Frau Dr. Böhm (nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung) moderierte den regen Austausch vor allem zu Zielen, Zugangswegen, dem Ablauf sowie relevanten Kooperationspartnern für das Vorhaben präventiver Hausbesuche in zwei Leipziger Stadtbezirken. Das aufsuchende Angebot wurde als eine gute Möglichkeit eingestuft, um einerseits mit einer Art Lotsenfunktion auf vorhandene Angebote und Strukturen der Stadt für Ältere zu verweisen und andererseits auf kommunale Angebotslücken, besonders für benachteiligte Ältere zu reagieren. Die hohe Relevanz des aufsuchenden Ansatzes war bei den Teilnehmenden deutlich zu spüren.

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Präventive Hausbesuche sind ein Thema für Sachsen, wie die Empfehlungen im aktuellen Bericht der Enquete-Kommission „Sicherstellung der Versorgung und Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege älterer Menschen im Freistaat Sachsen“ zeigen. Auch die BAGSO fordert den flächendeckenden Ausbau aufsuchender Angebote, denn Hilfe in den eigenen vier Wänden ist besonders wegen ihrer Niedrigschwelligkeit chancenreich und wirkungsvoll.

Leipzig macht sich auf den Weg. Wenn Sie auch Interesse verspüren, sich über die Interventionsform der präventiven Hausbesuche zu informieren, melden Sie sich gern bei der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Sachsen.


Kontakt:
Stephanie Huhn
Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (Sachsen) im Rahmen der LRV
Arbeitsschwerpunkt: Gesund im Alter
Tel.: 0351 501936-55
E-Mail: huhn@slfg.de

Die Fokusgruppen und die Gesundheitswerkstatt wurden gefördert unter dem Dach der Landesrahmenvereinbarung (LRV) für den Freistaat Sachsen gemäß § 20f SGB V zur Umsetzung des Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention (PrävG).