KINDER STÄRKEN in Meißen und Merseburg präsentiert

Artikel von slfg am 8. April 2018


Bei der diesjährigen Jahrestagung für Fachberater/-innen von Kindertageseinrichtungen des Sächsischen Landesjugendamtes (01.-02.03.18 in Meißen) waren Silke Meyer und Andreas Wiere (Projektleitung KINDER STÄRKEN) mit einem Workshop und einem Vortrag vertreten. Zum Tagungsthema „Sensibilität für Kinder in Armut und anderen prekären Lebenslagen entwickeln“ informierten sich dort ca. 70 Fachberater/-innen aus ganz Sachsen.

Im Workshop „Ausbleibende Zahlung von Elternbeiträgen und Mittagessen – wie weiter?“ gab Silke Meyer zunächst einen Überblick zur Situation von Kindern in Sachsen, die Leistungen zur Grundsicherung (SGB II) erhalten, um im Anschluss Auswirkungen für die Kinder im Kita-Alltag durch nicht gezahlte Beiträge und Lösungsansätze für die Sicherung der Teilhabe dieser Kinder mit den Teilnehmenden zu diskutieren.

Über „Möglichkeiten zur Stärkung von Kindern in der Kindertagesbetreuung“ hielt Andreas Wiere den Einstiegsvortrag am zweiten Tagungstag. Gemeinsam mit Anita Meyer (wiff) und Wolfgang Brinkel (SMS/LJA) diskutierte Andreas Wiere dann die Ergebnisse der Kleingruppenarbeit der Fachberater/-innen zu deren Beiträgen der Sensibilisierung im Umgang mit Kindern in Armut und prekären Lebenslagen.

Während der gesamten Tagung konnten sich die Teilnehmenden an einem Infostand über das Projekt „KINDER STÄRKEN“ informieren und neben der Projektleitung auch mit zwei Koordinatorinnen aus Chemnitz und Leipzig in den Austausch treten.

Infostand auf der Fachberatertagung in Meißen©SLfG


Bei der 6. Merseburger Tagung zur systemischen Sozialarbeit (01.-03.03.18, Hochschule Merseburg) waren die Dresdner Koordinatorinnen Marie Müller und Tabea Pontius mit einem Workshop präsent, in dem systemische Arbeitsweisen in der Arbeit mit Kindern, Teams und Eltern diskutiert wurden. Auf der Tagung wurden in 6 Vorträgen und über 40 Workshops theoretische und praktische Aspekte der systemischen Sozialarbeit vorgestellt und diskutiert. Die rund 200 Teilnehmer/-innen kamen aus Wissenschaft und Praxis und aus dem gesamten Bundesgebiet. Unter dem Workshoptitel „Zusammen ist man weniger allein“ wurden Erfahrungen über systemische (Sozial)Arbeit im Kindergarten aus der Perspektive des ESF-Programms „KINDER STÄRKEN“ in Sachsen vorgestellt. Der Erfahrungsaustausch zeigte, dass sich auch zunehmend Haltungen und Methoden, die den systemischen Blick einbeziehen, in Kindertageseinrichtungen bewährt haben. Der Workshop lud ein, neue Möglichkeiten für die Kindertageseinrichtung, die Teams und die Organisationen zu gestalten.


Am 20. und 21.03.2018 nahm die Projektleitung der KBS KINDER STÄRKEN am Kongress Armut und Gesundheit in Berlin teil. Im Rahmen des Workshops „Prävention und Intervention in Kitas – mit verschiedenen Konzepten zum Ziel!“ betrachteten sie die Möglichkeiten der Lebenswelt Kita, auf die Folgen sozialer Ungleichheit zu reagieren. Die Beiträge und Diskussion stellten verschiedene Ansätze der „Kitasozialarbeit“ in den Mittelpunkt.

Neben dem von Andreas Wiere präsentierten Ansatz des ESF-Programms KINDER STÄRKEN, der die Sozialpädagog/-innen innerhalb der Kita einsetzt, um mit Kindern, Eltern, dem Team und Netzwerkpartnern zu arbeiten, stellte Valentin Kannicht die Ergebnisse des Modellprojektes „Kita und HzE“ vor, das Hilfen zur Erziehung mit Unterstützung externer Sozialarbeiter/-innen in Kitas integriert. Silke Meyer moderierte die anschließende Diskussion, an der sich rund 25 Teilnehmende beteiligten und ihre Erfahrungen mit dem Konzept „Kitasozialarbeit“ austauschten. Es zeigte sich, dass es bundesweit sehr unterschiedliche Ansätze gibt. Deutlich wurde, dass mit der Integration von Sozialarbeit in Kitas auch die Vernetzung in den Sozialraum, ein niedrigschwelliges Unterstützungssystem für Eltern und ein Qualitätsentwicklungsprozess in der Kita selbst einher gehen.

Nach wie vor sind die Gesundheit und der Bildungserfolg von Kindern in Deutschland sehr stark davon abhängig, in welchem Umfeld sie aufwachsen. Der sozialökonomische Status der Familien, gemessen an Bildung, Beruf und Einkommen, spiegelt sich im Gesundheitsstatus der Kinder wider. Kinder aus Familien mit einem niedrigen Sozialstatus wachsen mit höheren gesundheitlichen Belastungen und Risiken auf, so die Befunde der jüngsten KiGGS Studie, die im März 2018 veröffentlicht wurden. KiGGS ist die umfassendste Langzeitstudie des Robert Koch Instituts zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren in Deutschland.

Der Kongress Armut und Gesundheit ist die größte regelmäßig stattfindende Public Health-Veranstaltung in Deutschland. Etwa 2.000 Akteur/-innen aus Politik, Wissenschaft, Gesundheitswesen, Praxis und Selbsthilfe tauschen sich hier jährlich zu Themen gesundheitlicher Ungleichheit aus, um aktuelle Forschungsergebnisse zu vertiefen und neue Strategien, Lösungsansätze und Erfahrungen zu diskutieren.


Kontakt:

Silke Meyer
Projektleitung
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