MiMi – Gewaltprävention mit Migrantinnen für Migrantinnen

Artikel von slfg am 1. September 2016


Das Gesundheitsprojekt „Mit Migranten für Migranten (MiMi)“ informiert seit 2004 bundesweit mehrsprachig und kultursensibel über das deutsche Gesundheitswesen und verschiedene Präventionsthemen (z. B. Impfungen, Diabetesprophylaxe, Müttergesundheit). Bisher hat MiMi über 2.400 MediatorInnen an 65 Standorten zu 19 Gesundheitsthemen geschult. 100.000 MigrantInnen haben seitdem an über 8.000 Infoveranstaltungen teilgenommen. 500.000 Gesundheitswegweiser zu verschiedenen Themen (z. B. Impfschutz, Diabetes) wurden an MigrantInnen übergeben. 2015 wurde MiMi mit dem Europäischen Gesundheitspreis als bestes europäisches Gesundheitsprojekt ausgezeichnet.

Mit der steigenden Zahl geflüchteter Frauen und Mädchen in Deutschland nehmen auch die Berichte über sexuelle und gewalttätige Übergriffe auf diese Gruppe zu. Die Betroffenen sind oftmals nicht ausreichend über ihre Rechte oder Unterstützungsmöglichkeiten informiert.

Das Ethno-Medizinische Zentrum in Hannover hat nun ein neues bundesweites MiMi-Projekt zum Thema Gewaltprävention gestartet. Es wird u. a. durch das Bundeskanzleramt finanziert.

Die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V. möchte das MiMi-Projekt erstmalig ab Herbst 2016 auch in Sachsen unterstützen.

Das Projekt zielt darauf ab, geflüchtete Frauen über Formen von Gewalt und Schutzmöglichkeiten zu informieren. In Sachsen werden hierfür MiMi-Mediatorinnen ausgebildet, die uns bei der Prävention von Gewalt unterstützen werden.

Die Teilnehmerinnen haben durch das neue Projekt die Gelegenheit, sich im Rahmen einer 50-stündigen Schulung zu interkulturellen Mediatorinnen für Gewaltprävention fortzubilden. Anschließend führen sie mithilfe des zur Verfügung gestellten Materials (Wegweiser, Handouts etc.) selbstständig Informationsveranstaltungen für geflüchtete Frauen und Mädchen in ihrer Herkunftssprache durch.

Die geflüchteten Frauen und Mädchen sollen so kultur-, sprach- und geschlechtssensibel durch die geschulten MiMi-Mediatorinnen über ihre Rechte informiert werden. Hierbei werden den Frauen Unterstützungsmöglichkeiten (z. B. Beratungssettings) aufgezeigt sowie Strategien zum Selbstschutz (Empowerment) vermittelt. Darüber hinaus sollen lokale Netzwerke zur Unterstützung aufgebaut und genutzt werden.

Infos zum Schulungsprogramm erhalten Sie bei Nadine Lange (s. unten). 

Projektträger:

Ethno-Medizinisches Zentrum e. V., Königstraße 6, 30175 Hannover  ethno-mediz-zentrum
www.ethnomed.com


Projektpartner:

dhbw Duale Hochschule Baden-Württemberg, Villingen-Schwenningen, Studiengang Soziale
Arbeit mit psychisch Kranken und Suchtkranken

Projektförderer:

beauftragte-fuer-migrationBeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration
S
taatsministerin Aydan Özoğuz

Kooperationspartner:

Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V.

 

Wenn Sie Interesse am Projekt haben, freuen wir uns über Ihre Nachricht.

Kontakt:

Nadine Lange
Tel.: 0351 56355-673
E-Mail: lange@slfg.de