90 Teilnehmende zur Fachtagung „Gesund im Alter“ im interdisziplinären Austausch

Artikel von slfg am 22. November 2016


Ziel der interdisziplinären Fachtagung „Gesund im Alter“ am 18. November in der Sächsischen Landesärztekammer war die Sensibilisierung für das Thema „Gesundheit, soziale Lage und Teilhabe älterer Menschen“. Zugleich sollten Anregungen für die berufliche Praxis gegeben und der Austausch zwischen Ärzten, Zahnärzten und Pflegekräften weiter verbessert werden. Denn nur wenn alle Professionen die Thematik ‘mitdenken‘ gelingt eine hochwertige Versorgung.

Soziale Unterschiede und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben haben einen großen Einfluss auf Gesundheit, Lebenserwartung und Lebensqualität. Menschen in prekären Lebenslagen sind häufiger von chronischen Erkrankungen betroffen und damit in ihrer Lebensqualität und sozialen Teilhabe stärker beeinträchtigt als Personen mit mittlerem und höherem sozialen Status. Studien zufolge schätzen 51,9 % der Frauen im Alter ab 65 Jahren und 46,0 % der Männer dieser Altersgruppe ihren allgemeinen Gesundheitszustand als mittelmäßig, schlecht oder sehr schlecht ein. Dabei zeigt sich ein ausgeprägter sozialer Gradient zu Ungunsten von Personen mit niedrigerem Sozialstatus (GBE KOMPAKT, 1/2016, S. 5).

Vor dem Hintergrund der Entwicklungstendenzen von Altersarmut in Sachsen in den nächsten Jahren (Bevölkerungspyramide Sachsen, Bertelsmann Stiftung 2015) widmete sich die Fachtagung den Themen Gesundheit, soziale Lage und Teilhabe der Älteren.

Die Veranstaltung eröffneten Dr. Patricia Klein, Ärztliche Geschäftsführerin der Sächsischen Landesärztekammer, und Corina Riedrich, stellvertretende Referatsleiterin im Referat 35 (Gesundheitswirtschaft, gesundheitliche Prävention und Telematik) des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz, mit ihren Grußworten. Beide betonten die Wichtigkeit des interdisziplinären Austausches bei diesem Thema.

Interdisziplinäre Fachtagung „Gesund im Alter“ der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung unter der Überschrift „Selbstbestimmt oder doch fremdbestimmt?“ zur Gesundheit, soziale Lage und Teilhabe älterer Menschen am 18. November 2016 bei der Sächsischen Landesärztekammer in Dresden. Foto: André Wirsig für die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung

Dr. Patricia Klein eröffnete die Fachtagung © André Wirsig im Auftrag der SLfG

Interdisziplinäre Fachtagung „Gesund im Alter“ der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung unter der Überschrift „Selbstbestimmt oder doch fremdbestimmt?“ zur Gesundheit, soziale Lage und Teilhabe älterer Menschen am 18. November 2016 bei der Sächsischen Landesärztekammer in Dresden. Foto: André Wirsig für die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung

Corina Riedrich kam stellvertretend für Staatsministerin Klepsch © André Wirsig im Auftrag der SLfG


Anschließend referierten Dr. Johannes Geyer vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung e. V. (DIW Berlin) zum Thema „Armutslagen im Alter: Status Quo und zukünftige Entwicklung“ sowie Sabine Vodenitscharov, Chefärztin der Fachkliniken für Geriatrie Radeburg, zum Thema „Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Teilhabe am Beispiel des Geriatrischen Netzwerks Radeburg“.

Interdisziplinäre Fachtagung „Gesund im Alter“ der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung unter der Überschrift „Selbstbestimmt oder doch fremdbestimmt?“ zur Gesundheit, soziale Lage und Teilhabe älterer Menschen am 18. November 2016 bei der Sächsischen Landesärztekammer in Dresden. Foto: André Wirsig für die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung

Dr. Johannes Geyer erörterte die aktuelle Faktenlage zu Armutslagen im Alter © André Wirsig im Auftrag der SLfG

Interdisziplinäre Fachtagung „Gesund im Alter“ der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung unter der Überschrift „Selbstbestimmt oder doch fremdbestimmt?“ zur Gesundheit, soziale Lage und Teilhabe älterer Menschen am 18. November 2016 bei der Sächsischen Landesärztekammer in Dresden. Foto: André Wirsig für die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung

Sabine Vodenitscharov berichtete praxisnah zum Thema Teilhabe aus dem Geriatrischen Netzwerk Radeburg © André Wirsig im Auftrag der SLfG

 

 

 

 

 

 

 


Moderiert wurde die Fachtagung von Denis Spatzier, Projektkoordinator bei der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V..

Interdisziplinäre Fachtagung „Gesund im Alter“ der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung unter der Überschrift „Selbstbestimmt oder doch fremdbestimmt?“ zur Gesundheit, soziale Lage und Teilhabe älterer Menschen am 18. November 2016 bei der Sächsischen Landesärztekammer in Dresden. Foto: André Wirsig für die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung

Denis Spatzier © André Wirsig im Auftrag der SLfG

Interdisziplinäre Fachtagung „Gesund im Alter“ der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung unter der Überschrift „Selbstbestimmt oder doch fremdbestimmt?“ zur Gesundheit, soziale Lage und Teilhabe älterer Menschen am 18. November 2016 bei der Sächsischen Landesärztekammer in Dresden. Foto: André Wirsig für die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung

Anmeldeflair ©André Wirsig im Auftrag der SLfG


Folgende vier parallel stattfindende Foren konnten die 90 Teilnehmenden besuchen:

FORUM 1: „Instant Aging“ – Alltagsherausforderungen für ältere Menschen selbst erleben!
FORUM 2: Mundgesundheit von Pflegebedürftigen – Sprechen, Lachen, Essen fördert Teilhabe
FORUM 3: Bewegungsförderung und Sturzprophylaxe – Teilhabe durch Bewegung
FORUM 4: Soziale Lage und Teilhabe im Kontext von Wohnen und Wohnumfeld im Alter

Interdisziplinäre Fachtagung „Gesund im Alter“ der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung unter der Überschrift „Selbstbestimmt oder doch fremdbestimmt?“ zur Gesundheit, soziale Lage und Teilhabe älterer Menschen am 18. November 2016 bei der Sächsischen Landesärztekammer in Dresden. Foto: André Wirsig für die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung

Forum 1 ©André Wirsig im Auftrag der SLfG

Interdisziplinäre Fachtagung „Gesund im Alter“ der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung unter der Überschrift „Selbstbestimmt oder doch fremdbestimmt?“ zur Gesundheit, soziale Lage und Teilhabe älterer Menschen am 18. November 2016 bei der Sächsischen Landesärztekammer in Dresden. Foto: André Wirsig für die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung

Forum 2 ©André Wirsig im Auftrag der SLfG

Interdisziplinäre Fachtagung „Gesund im Alter“ der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung unter der Überschrift „Selbstbestimmt oder doch fremdbestimmt?“ zur Gesundheit, soziale Lage und Teilhabe älterer Menschen am 18. November 2016 bei der Sächsischen Landesärztekammer in Dresden. Foto: André Wirsig für die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung

Forum 3 ©André Wirsig im Auftrag der SLfG

 

 

 

 

 

 

Interdisziplinäre Fachtagung „Gesund im Alter“ der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung unter der Überschrift „Selbstbestimmt oder doch fremdbestimmt?“ zur Gesundheit, soziale Lage und Teilhabe älterer Menschen am 18. November 2016 bei der Sächsischen Landesärztekammer in Dresden. Foto: André Wirsig für die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung

Forum 4 ©André Wirsig im Auftrag der SLfG

 

 

 

 

 

 


Der gemeinsame Abschluss diente der Zusammenfassung der Ergebnisse aus den Foren und bot Gelegenheit, Fragen zum Thema „Gesundheit, soziale Lage und Teilhabe älterer Menschen“ zu stellen und mögliche Lösungsansätze sowie Perspektiven für die Zukunft zu diskutieren.

Zahnärztin Marion Issel-Domberg aus Dresden würdigte, dass ältere Menschen verstärkt auf ihre Mundgesundheit achten und inzwischen bessere Zähne haben. Im Durchschnitt besitzen hochbetagte Menschen noch ca. 11 eigene Zähne.

Dr. Helmar Biering stellte körperliche Aktivität als wichtige Voraussetzung für Teilhabe heraus. „Ein bewegungsaktiver Lebensstil sichert langfristig Alltagsmobilität und Selbstständigkeit. Organisch bedingte Rückbildungen werden kaum alltagsrelevant.“, betonte Biering.

Sabine Vodenitscharov kann dies bestätigen und beobachtet im Geriatrischen Netzwerk Radeburg positive Effekte, auch wenn ältere Menschen später mit körperlicher Aktivität beginnen.

Dr. Michel C. Hille von der Hochschule Zittau/Görlitz griff die Idee der sorgenden Gemeinschaft auf und unterstrich: „Wir müssen ein Bewusstsein für das Teilen entwickeln.“

Stephan Koesling, Geschäftsführer der SLfG, plädierte für eine strukturbildende Gesundheitsförderung: „… weg von der ‚Projektitis‘ hin zu einem offenen Förderhorizont“. „Dabei sollten besonders gute Modelle für den ländlichen Raum entwickelt werden.“, so Koesling weiter.

Interdisziplinäre Fachtagung „Gesund im Alter“ der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung unter der Überschrift „Selbstbestimmt oder doch fremdbestimmt?“ zur Gesundheit, soziale Lage und Teilhabe älterer Menschen am 18. November 2016 bei der Sächsischen Landesärztekammer in Dresden. Foto: André Wirsig für die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung

Impressionen der Abschlussrunde ©André Wirsig im Auftrag der SLfG

Interdisziplinäre Fachtagung „Gesund im Alter“ der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung unter der Überschrift „Selbstbestimmt oder doch fremdbestimmt?“ zur Gesundheit, soziale Lage und Teilhabe älterer Menschen am 18. November 2016 bei der Sächsischen Landesärztekammer in Dresden. Foto: André Wirsig für die Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung

interdisziplinäre Fachtagung „Gesund im Alter“ ©André Wirsig im Auftrag der SLfG

 


Die Kooperationsveranstaltung „Gesund im Alter“ der Sächsischen Landesärztekammer, Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V. und Landeszahnärztekammer Sachsen fand im Rahmen des Gesundheitszieles „Aktives Altern – Altern in Gesundheit, Autonomie und Mitverantwortlichkeit“ statt.


Bei Interesse an den Vorträgen kontaktieren Sie bitte unseren Projektkoordinator Denis Spatzier unter:

Tel.: 0351 56355-694
spatzier@slfg.de