„Gesund aufwachsen“ wurde 2004 durch eine Koalitionsvereinbarung zwischen den Regierungsparteien festgeschrieben und 2009 fortgeschrieben. Das gesunde Aufwachsen von Kindern ist somit zu einem gemeinsamen Anliegen von Politik, Verwaltung und vielen öffentlichen und freien Institutionen in Sachsen geworden.

„Gesund aufwachsen“ fokussiert Kinder und ihre Lebenswelt(en). Im Mittelpunkt steht dabei das Wohlbefinden der Kinder, als Voraussetzung für gelingende Bildungsprozesse. Wie Studien des Robert-Koch-Instituts belegen, ist die Gesundheitssituation von etwa 80 % der bundesdeutschen Kinder erfreulicherweise gut, jedoch wachsen ca. 15 bis 20 % der Kinder unter Bedingungen gesundheitlicher Risiken auf. Auf diese sog. „20 %“ konzentriert sich die Projektarbeit im Sinne der Verbesserung gesundheitlicher Chancengerechtigkeit. Weitere Ziele sind die Stärkung von Gesundheitsressourcen sowie die Unterstützung bei der Entwicklung positiver Selbstkonzepte. Aber nicht nur die Kinder, sondern auch die Menschen, die ihre Lebenswelt gestalten und beeinflussen, werden mit einbezogen: Eltern, Erzieher/-innen, Träger, Verwaltung, Speisenanbieter, Politik und Regionale Arbeitsgemeinschaften für Gesundheitsförderung. Sie alle sind wichtige Partner für die Gestaltung bildungs- und gesundheitsfördernder Lebenswelten unserer Kinder.

Mittels sieben Handlungsfelder wird das Gesundheitsziel umgesetzt. In ihnen engagieren sich über 70 sächsische Institutionen für ein gesundes Aufwachsen von Kindern. Je Handlungsfeld unterstützt eine Arbeitsgruppe die Zielentwicklung, das methodische Vorgehen sowie die Bearbeitung und Umsetzung von Projekten und Maßnahmen.

Abb.: Darstellung des sächsischen Gesundheitsziels „Gesund aufwachsen“, 2011,
Installation: Marlen Kofahl (SLfG), Dr. Reinhild Benterbusch (SMS)

 

Ansatzpunkte von „Gesund aufwachsen“ sind die sieben Handlungsfelder. Sie alle sind eigenständige Tätigkeitsbereiche und stehen gleichzeitig in engen Wechselwirkungen zueinander. Die Förderung von Lebenskompetenz erstreckt sich zudem über die anderen sechs Felder und bündelt deren Synergieeffekte. Jeder Bereich ist in den Lebenswelten eingebettet. Aufbauend auf dem Setting Kita werden auch die Lebenswelten Familie und Sozialraum der Kinder mit erfasst. Gezielt wird auf gesundheitliche Chancengerechtigkeit sowie auf die Stärkung von Gesundheitsressourcen und die Entwicklung eines positiven Selbstkonzeptes. Diese Ziele sind abhängig von den individuellen und den gesellschaftlichen Bedingungen und wirken sich auf beide Ebenen aus.