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Parlamentarisches Frühstück © SLfG
Parlamentarisches Frühstück © SLfG

Parlamentarisches Frühstück zum Thema Verhältnisprävention

Prävention und Gesundheitsförderung in Sachsen: Gemeinsam für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem

Die Reformbedürftigkeit unserer sozialen Systeme macht es deutlich: Gesundheitsförderung und Prävention müssen in unserer Gesellschaft einen höheren Stellenwert einnehmen. Nur so können wir Gesundheit und Lebensqualität langfristig sichern – und gleichzeitig die Systeme entlasten. Doch wie weit ist Deutschland von einer flächendeckenden, wirksamen Präventionslandschaft entfernt? Und was kann Sachsen konkret tun, um Rahmenbedingungen für gesundes Verhalten und gesundheitliche Kompetenz zu schaffen?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Parlamentarischen Frühstücks der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung (SLfG) am 17. September 2026 im Restaurant Chiaveri am Sächsischen Landtag. Insgesamt 25 Teilnehmende – darunter Abgeordnete fast aller Fraktionen sowie Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Praxis – kamen in einen kurzen, intensiven Austausch, wie Verhältnisprävention in Sachsen wirksam umgesetzt werden kann.

Nach einer Begrüßung durch Landtagspräsident Alexander Dierks, zugleich SLfG-Präsident, wurden fünf Inputvorträge vorgestellt.

1. Public Health Index: Wo steht Deutschland?

Alexander Hallasch (AOK) präsentierte aktuelle Erkenntnisse aus dem Public Health Index, der im Dezember 2025 veröffentlicht wurde. Die Daten zeigen: Deutschland landet in drei von vier Bereichen – Tabak, Alkohol und Ernährung – auf hinteren Rängen, nur im Feld Bewegung reicht es für das untere Mittelfeld.

2. Klima- und umweltbezogene Gesundheitsförderung: Stand der kommunalen Prävention und Handlungsfelder in Dresden

Marit Gronwald (Landeshauptstadt Dresden) berichte über konkrete Umsetzungsschritte in Dresden, wie etwa die Hitzeschutzplanung und das Hitzehandbuch, die als Best-Practice-Beispiele für andere Kommunen dienen können.

3. Mehr Primärprävention für ein effizientes Gesundheitssystem

Dr. Karen Voigt (Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Dresden) betonte: Primärprävention – also Maßnahmen, die Krankheiten von vornherein verhindern – ist ein Schlüssel für ein nachhaltiges Gesundheitssystem. Als Vorstandsmitglied der SLfG plädierte sie für eine stärkere Verankerung präventiver Ansätze in der medizinischen Versorgung und Politik.

4. Bewegung ermöglichen – nicht nur empfehlen

Christian Dahms (Landessportbund Sachsen) zeigte auf, wie Verhältnisprävention im Sport gelingen kann. Sein Appell: „Wir müssen Bewegung nicht nur empfehlen, sondern Rahmenbedingungen schaffen, die sie für alle zugänglich machen.“ Als Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes und Präsidiumsmitglied der SLfG kennt er die Herausforderungen – und die Chancen – aus erster Hand.

5. Soziallagenbezogene Gesundheitsförderung: Niemanden zurücklassen

Silke Meyer (SLfG) präsentierte unsere Projekte „KINDER STÄRKEN“, „Familien stärken“ und die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC Sachsen) und zeigte damit auf, welche Kompetenz vorhanden ist und auf welche Angebote in Sachsen zurückgegriffen werden kann. Ihr Fokus: Soziale Ungleichheit darf kein Hindernis für Gesundheit sein. Gezielte Maßnahmen für benachteiligte Gruppen sind notwendig, um langfristig die Gesundheitschancen aller zu verbessern.

Fazit: Prävention braucht politische Unterstützung!

Das Parlamentarische Frühstück der SLfG machte eines klar: Prävention ist eine Gemeinschaftsaufgabe.
Um Verhältnisprävention in Sachsen und seinen Kommunen zu stärken, braucht es:

  • Langfristige Strategien auf allen föderalen Ebenen
  • Verstärkte finanzielle Mittel – auch im Doppelhaushalt 2027/2028
  • Weitere Vernetzung und Kompetenzbündelung im SLfG-Netzwerk

Die Inputgebenden stehen weiterhin für einen vertieften Austausch zur Verfügung.

Danke an alle für die Teilnahme und den intensiven Austausch!